Definition
Kühlschmierstoffe (KSS) erfüllen mehrere Funktionen: Kühlung der Schneide und des Werkstücks, Schmierung zur Reibungsminderung, Abtransport der Späne und Korrosionsschutz. Die korrekte KSS-Auswahl beeinflusst Standzeit, Oberflächenqualität und Bearbeitungsgenauigkeit erheblich.
Detaillierte Erklärung
Die KSS-Konzentration bei wassermischbaren Emulsionen muss regelmäßig mit einem Refraktometer überwacht werden. Übliche Konzentrationen: 5–8% für allgemeine Bearbeitung, 8–12% für schwer zerspanbare Werkstoffe. Zu geringe Konzentration → Korrosion und Bakterienbefall, zu hohe → Schaumbildung und Hautreizung.
Trend zur Trockenbearbeitung: Bei gehärteten Stählen (> 45 HRC) mit CBN-Werkzeugen wird häufig trocken bearbeitet, da KSS den Thermoschock an der Schneide verschlimmern kann. MMS (Minimalmengenschmierung, 5–50 ml/h) ist ein Kompromiss für Aluminium und Gusseisen.
Arten & Varianten
Emulsion
Wasser-Öl-Gemisch (5–8%), Standard für Stahl und Gusseisen.
Schneidöl
Reines Öl, für Gewindeschneiden und schwer zerspanbare Werkstoffe.
MMS (Minimalmengenschmierung)
5–50 ml/h Öl als Aerosol. Für Aluminium und Trockenbearbeitung.
Trockenbearbeitung
Ohne KSS — bei gehärteten Stählen (> 45 HRC) mit CBN/Keramik.
Normen & Standards
Kühlschmierstoffe — Begriffe, Definition und Klassifikation.
Technische Regeln für Gefahrstoffe — Verwendung von KSS.