R LEXIKON

Rundlauf

Die Abweichung der Werkzeugachse von der idealen Rotationsachse der Spindel.

Definition

Der Rundlauffehler beschreibt die Exzentrizität des Werkzeugs beim Rotieren in der Spindel. Jeder Mikrometer Rundlaufabweichung erhöht die Belastung einzelner Schneiden ungleichmäßig und reduziert die Standzeit. Bei Mikrofräsern (Ø < 1 mm) kann bereits 5 µm Rundlauf zu Werkzeugbruch führen.

Detaillierte Erklärung

Einflussfaktoren auf den Rundlauf: Spindellagerzustand, Aufnahmetyp (Schrumpffutter vs. Spannzange), Werkzeugqualität und Anzugsmoment. Hydrodehnspannfutter und Schrumpffutter erreichen Rundlaufwerte < 3 µm, Spannzangenfutter ER typisch 5–15 µm.

Bei Hochgeschwindigkeitsbearbeitung (HSC) ist der dynamische Rundlauf entscheidend: Unwucht erzeugt zentrifugale Kräfte, die proportional zum Quadrat der Drehzahl steigen. Ab 10.000 U/min sollten Werkzeuge nach DIN 69888 gewuchtet werden.

Arten & Varianten

Statischer Rundlauf

Messbar im Stillstand mit Messuhr. Ziel: < 3 µm.

Dynamischer Rundlauf

Unter Drehzahl, beeinflusst von Unwucht und Lagersteifigkeit.

Formel

TIR (Total Indicator Reading) = max. Abweichung auf voller Umdrehung

Normen & Standards

§
DIN ISO 1101

Geometrische Produktspezifikation — Form- und Lagetoleranzen inkl. Rundlauf.

Häufige Fragen

Wie misst man den Rundlauf?
Mit einer Messuhr am rotierenden Werkzeug. Die maximale Zeigerauslenkung über eine volle Umdrehung ergibt den TIR (Total Indicator Reading).

Relevante Werkzeuge