Definition
Der Vorschub beschreibt die Relativbewegung zwischen Werkzeug und Werkstück. Beim Fräsen wird der Zahnvorschub fz (mm/Zahn) als Basis verwendet, daraus ergibt sich der Tischvorschub vf (mm/min). Der Vorschub beeinflusst Oberflächenqualität, Standzeit und Produktivität gleichermaßen.
Detaillierte Erklärung
Der Vorschub ist nach der Schnittgeschwindigkeit der zweitwichtigste Schnittparameter. Ein zu hoher Vorschub führt zu Werkzeugüberlastung, Schneidenausbrüchen und schlechter Oberfläche. Zu niedriger Vorschub erzeugt Reibung statt Schnitt (Mindestspanungsdicke unterschritten), was die Standzeit ebenfalls reduziert.
Beim Fräsen unterscheidet man: Zahnvorschub fz (mm/Zahn) — der grundlegende Parameterwert, Umdrehungsvorschub fn = fz × z (mm/U), und Tischvorschub vf = fz × z × n (mm/min) — der im NC-Programm als F-Wert programmierte Wert.
Die Oberflächenrauheit hängt direkt vom Vorschub ab: Rth ≈ fn² / (8 × r), wobei r der Eckenradius der Wendeschneidplatte ist. Für Ra ≤ 1,6 µm ist beim Drehen ein fn von max. 0,15 mm/U mit r = 0,8 mm erforderlich.
Arten & Varianten
Zahnvorschub fz
Vorschub pro Zahn in mm/z — Basisgröße beim Fräsen.
Umdrehungsvorschub fn
Vorschub pro Umdrehung in mm/U — Basisgröße beim Drehen.
Tischvorschub vf
Maschinenvorschub in mm/min — im NC-Programm als F-Wert.
Formel
Rechenbeispiel
Fräsen mit 4-Schneiden VHM-Fräser Ø 10 mm, fz = 0,05 mm/z, n = 4775 U/min:
Tipp: Beim Eintauchen (Rampen) fz um 50% reduzieren. Bei Vollnut fz um 30% reduzieren.
Normen & Standards
Begriffe der Zerspantechnik — definiert Vorschub f, Vorschubgeschwindigkeit vf.