S LEXIKON

Schnitttiefe

Die axiale Zustelltiefe (ap) des Werkzeugs pro Bearbeitungsdurchgang.

Definition

Die Schnitttiefe (ap, auch axiale Zustellung) ist die Tiefe, mit der das Werkzeug pro Durchgang in das Material eintaucht. Sie bestimmt zusammen mit der Schnittbreite (ae) das Zeitspanvolumen Q und beeinflusst die Schnittkraft sowie die Werkzeugbelastung direkt.

Detaillierte Erklärung

Die Wahl der Schnitttiefe hängt von der Bearbeitungsstrategie ab: Beim konventionellen Schruppen wird ap maximiert (bis 1×d), um das Material schnell abzutragen. Bei der HPC-Strategie (High Performance Cutting) wird eine große ap (bis 2×d) mit geringer ae (0,05–0,1×d) kombiniert — dies verteilt den Verschleiß gleichmäßig über die gesamte Schneidenlänge.

Faustregel für maximale Schnitttiefe: Bei VHM-Schaftfräsern max. 1×d beim Schruppen, bei Wendeschneidplatten-Fräsern bis zum maximalen ap des Einsatzes (typisch 4–12 mm).

Arten & Varianten

Schruppen

Maximale ap bis 1×d für hohen Materialabtrag.

Schlichten

Geringe ap von 0.05–0.5 mm für Maßhaltigkeit und Oberfläche.

HPC-Strategie

Große ap (bis 2×d) bei geringer ae (0.1×d) — gleichmäßige Werkzeugbelastung. Nur für kleine Werkzeugdurchmesser.

Formel

Q = ap × ae × vf [cm³/min]

Rechenbeispiel

HPC-Schruppen mit VHM-Fräser Ø 10 mm in Stahl (S235), ae = 1 mm, ap = 15 mm, vf = 2000 mm/min:

Q = (ap × ae × vf) / 1000 Q = (15 × 1 × 2000) / 1000 Q = 30 cm³/min

Tipp: HPC erfordert stabile Werkzeugspannung (Schrumpffutter) und ausreichend Spindeldrehmoment.

Normen & Standards

§
DIN 6580

Begriffe der Zerspantechnik — definiert ap (Schnitttiefe) und ae (Schnittbreite).

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen HPC und konventionellem Schruppen?
HPC nutzt große ap + kleine ae (Seitenzustellung), konventionell große ae + kleine ap. HPC verteilt den Verschleiß gleichmäßiger und erzeugt dünnere Späne.

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