Definition
Die Schnittkraft Fc ist die in Schnittrichtung (tangential) wirkende Komponente der Zerspankraft. Sie bestimmt das erforderliche Drehmoment und die Antriebsleistung der Spindel. Die Schnittkraft hängt von der spezifischen Schnittkraft kc des Werkstoffs, der Spanungsbreite b und der Spanungsdicke h ab.
Detaillierte Erklärung
Die spezifische Schnittkraft kc1.1 ist der Tabellenwert für eine Spanungsdicke h = 1 mm und eine Spanungsbreite b = 1 mm. Da die spezifische Schnittkraft mit abnehmender Spanungsdicke nicht-linear steigt (Verfestigungseffekt), wird sie mit kc = kc1.1 × h^(-mc) korrigiert. Die Schnittkraft folgt aus Fc = kc × b × h.
Typische kc1.1-Werte: Baustahl S235 ≈ 1780 N/mm², Vergütungsstahl 42CrMo4 ≈ 2100 N/mm², Edelstahl 1.4301 ≈ 2350 N/mm², Aluminium AlSi ≈ 700 N/mm², Gusseisen GJL250 ≈ 1150 N/mm². Der Spanungsdickenexponent mc liegt typisch bei 0,17–0,30.
Arten & Varianten
Schnittkraft Fc
Tangentiale Hauptkraft — bestimmt Drehmoment und Leistung.
Vorschubkraft Ff
Kraft in Vorschubrichtung — belastet den Vorschubantrieb.
Passivkraft Fp
Kraft senkrecht zur Schnittfläche — beeinflusst Durchbiegung und Maßhaltigkeit.
Formel
Rechenbeispiel
Längsdrehen von 42CrMo4, ap = 3 mm, fn = 0,2 mm/U:
Tipp: Erforderliche Schneidleistung: Pc = Fc × vc / 60000. Bei vc = 200 m/min ergibt sich Pc ≈ 6,38 kW; die Antriebsleistung Pa berücksichtigt zusätzlich den Wirkungsgrad η.
Normen & Standards
Kräfte, Energie, Arbeit, Leistungen bei der Zerspanung.
Begriffe der Zerspantechnik — Schnittbedingungen und Kräfte.
Häufige Fragen
Relevante Werkzeuge
Weiterführende Artikel
Quellen & Prüfstand
Zuletzt fachlich aktualisiert: August 2026. Die Einordnung nutzt Normbegriffe und Werkstatt-Richtwerte als Startpunkt; konkrete Schnittwerte müssen mit Werkzeug, Maschine und Werkstoff gegengeprüft werden.