Definition
Das Zeitspanvolumen Q gibt an, wie viel Material pro Minute zerspant wird. Es ist die wichtigste Kennzahl für die Produktivität eines Zerspanprozesses und wird aus Schnitttiefe (ap), Schnittbreite (ae) und Tischvorschub (vf) berechnet.
Detaillierte Erklärung
Das theoretische Zeitspanvolumen Q = (ap × ae × vf) / 1000 berücksichtigt keine Nebenzeiten. Das effektive Zeitspanvolumen Qeff liegt in der Praxis 30–60% niedriger (Werkzeugwechsel, Leerfahrten, Spannvorgänge). Bei der Maschinenauslastungsanalyse ist das Verhältnis Qeff/Q ein wichtiger KPI.
Für die grobe Leistungsabschätzung gilt: Erforderliche Spindelleistung P ≈ Q × kc / (60 × 10⁶ × η), wobei kc die spezifische Schnittkraft des Werkstoffs und η der Wirkungsgrad des Antriebs (ca. 0,7–0,9) ist.
Arten & Varianten
Theoretisches Zeitspanvolumen
Berechnet aus ap × ae × vf ohne Berücksichtigung von Leerfahrten.
Effektives Zeitspanvolumen
Berücksichtigt Nebenzeiten, Werkzeugwechsel und Leerfahrten.
Formel
Rechenbeispiel
Walzenstirnfräsen von Stahl mit Ø 50 mm Planfräser, ap = 3 mm, ae = 35 mm, vf = 800 mm/min:
Tipp: Erforderliche Leistung ≈ 84 × 2100 / (60 × 10⁶ × 0,8) ≈ 3,7 kW (kc1.1 Stahl ≈ 2100 N/mm²).
Normen & Standards
Begriffe der Zerspantechnik — definiert Zeitspanvolumen Q.