Definition
Die Drehzahl n ist die Anzahl vollständiger Umdrehungen der Maschinenspindel pro Minute. Beim Fräsen dreht sich das Werkzeug, beim Drehen das Werkstück. Die Drehzahl wird aus der gewünschten Schnittgeschwindigkeit vc und dem Werkzeug- bzw. Werkstückdurchmesser d berechnet.
Detaillierte Erklärung
Die korrekte Drehzahl ist ein zentraler Parameter für die Prozesssicherheit. Bei zu hoher Drehzahl übersteigt die Schnittgeschwindigkeit das Optimum — die Werkzeugstandzeit sinkt dramatisch (exponentieller Zusammenhang nach Taylor). Bei zu niedriger Drehzahl entstehen Aufbauschneiden, schlechte Oberflächen und unwirtschaftliche Bearbeitungszeiten.
Beim CNC-Drehen wird häufig die Funktion G96 (konstante Schnittgeschwindigkeit) eingesetzt: Die Steuerung passt die Drehzahl automatisch an den jeweiligen Durchmesser an. Beim Plandrehen steigt n zum Zentrum hin stark an — die Steuerung begrenzt die maximale Drehzahl über G92 oder LIMS.
Maschinenbegrenzungen: Die maximale Drehzahl wird durch die Spindel (typisch 6.000–24.000 U/min bei Fräsmaschinen, bis 60.000+ bei HSC-Maschinen) und die Werkzeugspannung (z.B. max. Unwucht bei hohen Drehzahlen gemäß DIN 69888) begrenzt.
Arten & Varianten
Konstante Drehzahl
Feste Drehzahl unabhängig vom Durchmesser (Standard beim Fräsen).
Konstante Schnittgeschwindigkeit (G96)
Die Steuerung passt n automatisch an den aktuellen Durchmesser an (Drehen, Planfräsen).
Formel
Rechenbeispiel
Fräsen von 42CrMo4 mit VHM-Fräser Ø 10 mm, TiAlN-beschichtet (empfohlene vc = 150 m/min):
Tipp: Bei Schlichtbearbeitung vc um 20–30% erhöhen, bei unterbrochenem Schnitt um 15% reduzieren.
Normen & Standards
Begriffe der Zerspantechnik — definiert Drehzahl als Schnittbedingung.