G LEXIKON 4× zitiert ✓ Geprüft März 2026

Gewinde

Schraubenförmige Profilierung auf zylindrischen oder konischen Flächen zur lösbaren Verbindung.

gewinde: Definition, Praxisprüfung und direkter Weg zum passenden CNC-Rechner.

Definition

Ein Gewinde ist eine schraubenförmige Einkerbung auf einer zylindrischen oder konischen Oberfläche. Es dient zur lösbaren Verbindung (Befestigungsgewinde) oder zur Bewegungsübertragung (Bewegungsgewinde). In der CNC-Fertigung werden Gewinde durch Gewindebohren, -fräsen oder -drehen hergestellt.

PRAXISPRÜFUNG

Gewinde in der Werkstatt prüfen

gewinde in der CNC-Praxis sicher anwenden

1 Gewindetyp, Steigung und Kernlochdurchmesser gemeinsam festlegen.
2 Bei Sacklochgewinden Auslauf und nutzbare Gewindetiefe prüfen.
3 Metrisch, UNC und Feingewinde nicht in einer Tabelle vermischen.
Definition Kennwert Rechner Check Begriff klären Wert einordnen Parameter prüfen Maschine sichern Von Lexikon zu Rechner, Tabelle oder Ratgeber weiterarbeiten
Prüfablauf für Gewinde: Begriff klären, Kennwert einordnen, Rechner nutzen und Maschinenlimit prüfen.

Detaillierte Erklärung

Metrische ISO-Gewinde (M-Gewinde) nach DIN 13 sind der Standard in der industriellen Fertigung. Die Bezeichnung M10×1,5 bedeutet: Nenndurchmesser 10 mm, Steigung 1,5 mm. Bei Feingewinden (z.B. M10×1,0) ist die Steigung kleiner als beim Regelgewinde, was höhere Vorspannkräfte und bessere Selbsthemmung ermöglicht.

Beim CNC-Gewindebohren (G84) wird die Drehzahl mit dem Vorschub synchronisiert: vf = n × P (Steigung). Moderne Steuerungen bieten interpoliertes Gewindefräsen (G33/G331) als Alternative — flexibler bei großen Durchmessern und ermöglicht Links- und Rechtsgewinde mit dem gleichen Werkzeug.

Kernlochbohrung: Der Kernlochdurchmesser für Gewinde berechnet sich als d_kern = d_nenn − P (Steigung). Für M10×1,5: d_kern = 10 − 1,5 = 8,5 mm. Bei Blindbohrungen muss die Gewindetiefe plus Auslauf (ca. 2–3 P) berücksichtigt werden.

Arten & Varianten

Metrisches ISO-Gewinde (M)

Standard-Befestigungsgewinde nach DIN 13 / ISO 261. Flankenwinkel 60°.

Feingewinde

Kleinere Steigung als Regelgewinde. Für dünnwandige Bauteile und hohe Vorspannkräfte.

Trapezgewinde (Tr)

Bewegungsgewinde nach DIN 103. Flankenwinkel 30°. Für Spindeln und Verstellmechanismen.

Rohrgewinde (G/R)

Nach DIN ISO 228 (zylindrisch) bzw. DIN 2999 (kegelig). Für Rohrverbindungen.

Formel

Kernloch d_kern = d_nenn - P (Steigung)

Rechenbeispiel

CNC-Gewindebohren M10×1,5 mit Synchron-Gewindebohrer:

Kernlochbohrung: d = 10 − 1,5 = 8,5 mm Drehzahl: n = (vc × 1000) / (π × d) n = (15 × 1000) / (3,14 × 10) = 478 U/min Vorschub: F = n × P = 478 × 1,5 = 717 mm/min

Tipp: Bei Sacklochgewinden: Gewindetiefe + 2×P Reserve für Auslauf einplanen.

Normen & Standards

§
DIN 13 / ISO 261

Metrisches ISO-Gewinde — Nennmaße, Regelgewinde und Feingewinde.

§
DIN 76

Gewindeausläufe und Gewindefreistiche für metrische Gewinde.

Häufige Fragen

Wie berechnet man den Kernlochdurchmesser?
Kernloch = Nenndurchmesser minus Steigung. Beispiel: M8×1,25 → d = 8 − 1,25 = 6,75 mm.
Gewindebohren oder Gewindefräsen?
Gewindebohren ist schneller und einfacher. Gewindefräsen ist flexibler (ein Werkzeug für verschiedene Größen), reversibel und besser für große Durchmesser.

Relevante Werkzeuge

Weiterführende Artikel

Quellen & Prüfstand

Zuletzt fachlich aktualisiert: August 2026. Die Einordnung nutzt Normbegriffe und Werkstatt-Richtwerte als Startpunkt; konkrete Schnittwerte müssen mit Werkzeug, Maschine und Werkstoff gegengeprüft werden.

DIN 6580DIN 6581DIN 6584ISO 513ISO 3685DIN 66025 / ISO 6983Tabellenbuch Metall