Definition
Das Drehmoment M (in Nm) ist die Kraft, die die Maschinenspindel auf das Werkzeug oder Werkstück übertragen kann. Es bestimmt die maximale Schnitttiefe und Vorschubkraft. Bei niedrigen Drehzahlen ist das Drehmoment der limitierende Faktor (Schruppen), bei hohen Drehzahlen die Leistung.
Detaillierte Erklärung
Drehmoment berechnen Sie aus Leistung und Drehzahl mit M = (P x 9550) / n. Ein Bearbeitungszentrum mit 15 kW bei 1000 U/min liefert etwa 143 Nm, bei 10.000 U/min nur noch 14,3 Nm. Deshalb eignen sich HSC-Spindeln (hohes n, wenig M) für Aluminium, aber nicht für Stahlschruppen.
Die Drehmoment-Kennlinie zeigt zwei Bereiche: Konstantmoment-Bereich (niedrige Drehzahlen, M = const.) und Konstantleistungs-Bereich (hohe Drehzahlen, M sinkt mit 1/n). Der Übergang liegt bei der Eckdrehzahl. Für Schruppen muss die Maschine im Konstantmoment-Bereich arbeiten.
Aus Schnittkraft und Werkzeugdurchmesser ergibt sich das Schneidenmoment mit M = (Fc x d) / (2 x 1000). Diese Formel hilft, große Fräser, schwere Drehoperationen und Bohrungen gegen die Spindelreserve zu prüfen.
Arten & Varianten
Spindeldrehmoment
Direkt an der Spindel verfügbar. Bestimmt die maximale Zerspanleistung.
Vorschub-Drehmoment
Am Vorschubantrieb (Kugelgewindespindel). Begrenzt Vorschubkraft und Beschleunigung.
Formel
Rechenbeispiel
Spindel mit 15 kW Dauerleistung bei 1000 U/min:
Tipp: Für Schruppen zählt nicht nur kW, sondern ob bei der gewählten Drehzahl genügend Nm verfügbar sind.
Normen & Standards
Kräfte, Energie, Arbeit, Leistungen — Zusammenhang Drehmoment und Schnittkraft.