E LEXIKON 2× zitiert ✓ Geprüft März 2026

Einstellwinkel

Der Winkel zwischen Hauptschneide und Vorschubrichtung — beeinflusst Spandicke und Schnittkraft.

Definition

Der Einstellwinkel κ (Kappa) ist der Winkel zwischen der Hauptschneide und der Vorschubrichtung. Er bestimmt die Spanungsdicke h bei gegebenem Vorschub: h = f × sin(κ). Standardwerte: 90° (Eckfräser, Längsdrehen), 45° (Planfräser), 10° (Kopierfräser).

Detaillierte Erklärung

Bei κ = 90° entspricht die Spanungsdicke dem Vorschub (h = f). Bei κ = 45° wird die Spanungsdicke reduziert (h = f × sin(45°) ≈ 0,71 × f), was geringere Schnittkräfte und bessere Standzeit bedeutet — dafür steigt die Passivkraft (radiale Kraft auf das Werkstück).

Praktische Auswirkung: Planfräser mit κ = 45° eignen sich für dünnwandige Werkstücke schlecht (hohe Passivkraft → Durchbiegung), sind aber ideal für stabiles Schruppen. 90°-Eckfräser erzeugen keine radiale Kraft und eignen sich für Schultern und dünnwandige Teile.

Arten & Varianten

κ = 90°

Eckfräser, Längsdrehen. h = f. Keine Passivkraft, ideal für Schultern.

κ = 45°

Planfräser. Dünnerer Span, weniger Schnittkraft, aber hohe Passivkraft.

κ = 10°

Kopierfräser. Sehr dünne Späne, hoher Vorschub möglich, Finishqualität.

Formel

h = f × sin(κ)

Normen & Standards

§
DIN 6581

Begriffe der Schneidentechnologie — definiert Einstellwinkel κ.

Häufige Fragen

Welchen Einstellwinkel soll ich wählen?
90° für Schultern und dünnwandige Teile (keine Passivkraft). 45° für stabiles Planfräsen und Schruppen (geringere Schnittkraft). 10° für hohen Vorschub und Finish.

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