K LEXIKON ✓ Geprüft März 2026

Koordinatenmessmaschine (KMM)

Präzisionsmessgerät zur 3D-Vermessung von Werkstücken mit taktilen oder optischen Sensoren.

Definition

Eine Koordinatenmessmaschine (KMM, CMM) ist ein 3D-Messgerät, das die Koordinaten von Messpunkten auf Werkstückoberflächen erfasst. Aus den Messpunkten werden geometrische Elemente (Ebenen, Zylinder, Kugeln) berechnet und mit den Zeichnungstoleranzen verglichen. KMMs sind der Goldstandard für die Qualitätssicherung in der CNC-Fertigung.

Detaillierte Erklärung

Taktile KMMs mit Renishaw- oder Zeiss-Tastköpfen erreichen Messgenauigkeiten von 1–3 µm. Scanning-Tastköpfe können Freiformflächen mit bis zu 200 Punkten/Sekunde abtasten. Optische Sensoren (Laser, Weißlicht) messen berührungslos und eignen sich für empfindliche oder elastische Teile.

In-Prozess-Messung: Moderne CNC-Maschinen mit Werkstück-Messtaster (z.B. Renishaw OMP) können Schlüsselmaße direkt in der Maschine prüfen und automatisch Korrekturen vornehmen. Dies ersetzt nicht die KMM-Endkontrolle, reduziert aber Ausschuss auf nahezu Null.

Arten & Varianten

Portal-KMM

Höchste Genauigkeit (1–2 µm). Klimatisierter Messraum erforderlich.

Gelenk-Messarm

Portabel, flexibel. Genauigkeit 20–50 µm. Für Werkstatt und Montage.

3D-Scanner

Optisch/Laser, Freiformflächen-Digitalisierung. Für Reverse Engineering und Soll-Ist-Vergleich.

Normen & Standards

§
VDI/VDE 2617

Genauigkeit von Koordinatenmessgeräten — MPEE-Kennwerte.

§
DIN EN ISO 10360

Koordinatenmessgeräte — Annahmeprüfung und Bestätigungsprüfung.

Häufige Fragen

Wie genau ist eine Koordinatenmessmaschine?
Portal-KMMs: MPEE ≈ 1,5 + L/300 µm (L in mm). Für ein 100-mm-Teil: ca. 1,8 µm Messgenauigkeit. Gelenkarme: ca. 30–50 µm.

Relevante Werkzeuge

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