Definition
Reiben ist ein spanendes Verfahren zur Feinbearbeitung von Bohrungen. Die Reibahle entfernt nur 0,1–0,3 mm Aufmaß und erzeugt Toleranzen von IT7 (H7-Passung) bei Oberflächenrauheiten von Ra 0,4–1,6 µm. Es ist die wirtschaftlichste Methode für passgenaue Bohrungen in der CNC-Fertigung.
Detaillierte Erklärung
Der Reibvorgang: Vorbohren auf Kernloch + Reibzugabe (ca. 0,2 mm auf Ø für Stahl), dann Reiben mit niedrigem Vorschub (0,1–0,3 mm/U) und moderater Schnittgeschwindigkeit (8–15 m/min für VHM-Reibahle in Stahl). Kühlschmierstoff ist Pflicht für Oberflächenqualität und Maßhaltigkeit.
Häufige Fehler: Zu viel Aufmaß (> 0,3 mm) → Reibahle wird überlastet, Oberfläche wird rau. Zu wenig Aufmaß (< 0,1 mm) → Reibahle reibt nur ohne zu schneiden. Kein KSS → Aufbauschneiden, Oberfläche wird schlecht, Bohrung wird zu groß.
Arten & Varianten
Maschinenreibahle
VHM oder HSS, für CNC-Maschinen. Zylindrischer Schaft, 6 Schneiden.
Verstellbare Reibahle
Durchmesser um ±0,1 mm verstellbar. Für Einzelfertigung und Verschleißkorrektur.
Stufenreibahle
Bohren und Reiben in einem Arbeitsgang. Für Serienproduktion.
Formel
Normen & Standards
Fertigungsverfahren Spanen — Bohren, Senken, Reiben.
Toleranzsystem — definiert H7 als Standard-Reibpassung.