Definition
Wendeschneidplatten (WSP) sind auswechselbare Schneideinsätze, die in einen Grundkörper (Halter) geklemmt werden. Jede Platte hat mehrere nutzbare Schneidkanten — nach Verschleiß einer Kante wird die Platte gedreht (gewendet). Dies reduziert die Werkzeugkosten und ermöglicht schnellen Schneidenwechsel ohne Werkzeug-Neuvermessung.
Detaillierte Erklärung
WSP-Geometrien sind standardisiert: Die ISO-Bezeichnung (z.B. CNMG 120408) codiert Form (C = Rhombus 80°), Freiwinkel (N = 0°), Klasse/Toleranz (M), Spanformer (G), Kantenlänge (12 mm), Dicke (04 mm) und Eckenradius (08 = 0,8 mm).
Spanformer-Auswahl: Schruppgeometrien (-PR, -MR) mit stabilem Schneidkeil und großem Spanwinkel. Schlichtgeometrien (-PF, -MF) mit scharfer Schneide und feinem Spanbrecher. Universalgeometrien (-PM, -MM) als Kompromiss. Die richtige Wahl entscheidet über Spanbruch, Oberfläche und Standzeit.
Arten & Varianten
ISO C/D/T/S/R
Grundformen: C = Rhombus 80°, D = 55°, T = Dreieck, S = Quadrat, R = Rund.
Positive WSP
Positiver Spanwinkel (7° oder 11°). Geringere Schnittkraft, für mittlere Belastung.
Negative WSP
Negativer Spanwinkel (0° Einbau). Doppelseitig nutzbar, mehr Kanten, für Schruppen.
Formel
Normen & Standards
Wendeschneidplatten — Bezeichnungssystem und Geometrie-Codierung.
Anwendungsgruppen P/M/K/N/S/H für Hartmetall-WSP.