A LEXIKON 1× zitiert ✓ Geprüft März 2026

Abfasen (Anfasen)

Anbringen einer schrägen Fläche an Werkstückkanten zum Entgraten oder als Montagehilfe.

Definition

Abfasen (Anfasen) ist das Anbringen einer schrägen Fläche (Fase) an Werkstückkanten. Fasen dienen zum Entgraten scharfer Kanten, als Einführhilfe bei Passungen, als Gewindeanlauf und zur Vermeidung von Spannungskonzentrationen. Typische Fasenmaße: 0,5×45° bis 2×45°.

Detaillierte Erklärung

CNC-Programmierung: Fasen werden mit Senkern (90° oder 60°), Fasenfräsern oder direkt mit dem Bearbeitungswerkzeug hergestellt. In der Steuerung gibt es oft eigene Zyklen (z.B. CYCLE85 bei Siemens) oder die Fase wird als Konturzug mit G01 programmiert.

Fasenmaße in Zeichnungen: Die Angabe 1,5×45° bedeutet 1,5 mm Fasenbreite bei 45° Winkel. Bei ungleichen Winkeln wird die Fase als Dreieck mit beiden Maßen angegeben.

Arten & Varianten

45°-Fase

Standardfase, häufigste Form. Einfach zu programmieren und zu messen.

Ungleiche Fase

Unterschiedliche Winkel (z.B. 30° oder 60°) für spezielle Anforderungen.

Verrundung (Radius)

Alternative zur Fase: gerundete Kante, spannungsärmer, aber aufwendiger herzustellen.

Formel

Fasenbreite c = Fasentiefe × tan(Fasenwinkel)

Normen & Standards

§
DIN ISO 13715

Kantenangaben in technischen Zeichnungen — definiert Fasen- und Kantenbearbeitung.

Häufige Fragen

Warum müssen Kanten angefast werden?
Scharfe Kanten verletzen Bediener, verursachen Spannungsrisse, behindern die Montage und beschädigen Dichtflächen. DIN ISO 13715 fordert die Angabe des Kantenzustands in Zeichnungen.

Relevante Werkzeuge

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