I LEXIKON 1× zitiert ✓ Geprüft März 2026

Innenkühlung (IKZ)

Kühlmittelzufuhr durch das Werkzeuginnere direkt an die Schneide.

Definition

Innenkühlung (IKZ, Innere Kühlschmierstoff-Zuführung) leitet das Kühlmittel durch Kanäle im Werkzeuginneren direkt an die Schneidzone. Dies ist besonders bei Tieflochbohrungen (l/d > 5), Gewindebohren und schwer zerspanbaren Werkstoffen entscheidend, wo externe Kühlung die Schneide nicht mehr erreicht.

Detaillierte Erklärung

Technische Voraussetzungen: Spindel mit Kühlmittel-Drehdurchführung, Werkzeugaufnahme mit IKZ-Bohrung (bei HSK standardmäßig vorhanden), und kompatible Werkzeuge mit internen Kühlkanälen. Der Kühlmitteldruck liegt typisch bei 20–70 bar (Standard), bis 150 bar (Hochdruck) und bis 350 bar (Ultra-Hochdruck für Titan und Inconel).

Hochdruck-Innenkühlung (> 70 bar) bricht den Span kontrolliert und verbessert die Spanabfuhr dramatisch — besonders bei Edelstahl und Titan. Der Kühlmittelstrahl wirkt als hydraulischer Spanbrecher und ist deutlich effektiver als mechanische Spanformer.

Arten & Varianten

Standard-IKZ (20–40 bar)

Ausreichend für Bohren und allgemeine Bearbeitung von Stahl und Gusseisen.

Hochdruck-IKZ (70–150 bar)

Für Edelstahl und schwer zerspanbare Werkstoffe. Kontrollierter Spanbruch.

Ultra-Hochdruck (> 150 bar)

Für Titan und Superlegierungen. Hydraulischer Spanbrecher-Effekt.

Normen & Standards

§
DIN 69893

HSK-Werkzeugaufnahme — enthält standardmäßig IKZ-Durchführung.

Häufige Fragen

Brauche ich Innenkühlung?
Für Standard-Fräsen meist nicht. Unverzichtbar bei: Tieflochbohren (l/d > 5), Gewinden in Sacklöchern, Edelstahl/Titan-Bearbeitung und bei Hochgeschwindigkeitsbohren.

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