P LEXIKON ✓ Geprüft März 2026

Planfräsen

Erzeugung ebener Flächen durch Stirnfräsen mit großflächigem Werkzeugeingriff.

Definition

Planfräsen (Stirnfräsen) ist die Bearbeitung ebener Flächen mit der Stirnseite des Fräsers. Der Fräserdurchmesser ist deutlich größer als die Schnittbreite ae. Planfräser mit Wendeschneidplatten (Einstellwinkel 45° oder 90°) erreichen hohe Zeitspanvolumina und gute Oberflächenqualitäten in einem Arbeitsgang.

Detaillierte Erklärung

Für optimale Planheit darf die Fräsermitte nicht mittig über dem Werkstück fahren — der Fräser sollte versetzt positioniert werden (Überstand ca. 70–80 % des Fräserdurchmessers). So schneiden alle Schneiden gleichmäßig und die Oberfläche wird plan.

Wiper-Wendeschneidplatten ermöglichen Ra < 0,8 µm bei doppeltem Vorschub: Eine einzelne Wiper-Schneide im Plattensatz glättet die Vorschubmarkierungen der übrigen Schneiden. Einschränkung: Nur eine Wiper-Platte pro Fräser, exakte Planlage erforderlich.

Arten & Varianten

Planfräser 45°

Einstellwinkel 45°: dünnere Späne, weniger Schnittkraft, hohe Passivkraft.

Planfräser 90°

Eckfräser: für Schultern und dünnwandige Werkstücke, keine Passivkraft.

Rundplattenfräser

Variable Einstellwinkel durch runde Schneideinsätze, ideal für instabile Bedingungen.

Formel

Q = (ae × ap × vf) / 1000 [cm³/min]

Normen & Standards

§
DIN 8589-3

Fertigungsverfahren Spanen — Fräsen: Stirnfräsen.

Häufige Fragen

Welchen Fräserdurchmesser für Planfräsen wählen?
Als Faustregel: Fräser-Ø ≈ 1,3–1,5 × Werkstückbreite. So deckt der Fräser die Fläche in einer Bahn ab. Bei sehr breiten Werkstücken: mehrere Bahnen mit 60–80 % Überlappung.

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