Definition
Tiefbohren bezeichnet Bohrprozesse mit einem l/d-Verhältnis > 5. Die besonderen Herausforderungen sind Spanabfuhr, Kühlmittelzuführung, Bohrungsgradheit und Werkzeugführung. Spezielle Werkzeuge (Einlippenbohrer, BTA-Bohrer, Ejektorbohrer) und angepasste Strategien sind erforderlich.
Detaillierte Erklärung
Einlippenbohrer (l/d bis 100): Ein einziger Schneidkeil mit Führungsleisten. Das Kühlmittel wird durch den Schaft zur Schneide geführt und spült die Späne durch eine V-Nut zurück. Vorteil: sehr gute Bohrungs-Geradheit und Oberfläche (Ra < 1,6 µm). Nachteil: geringe Produktivität.
BTA-Bohrer (l/d bis 250): Für große Durchmesser (18–300 mm). Das Kühlmittel wird zwischen Bohrstange und Bohrungswand zugeführt, die Späne werden durch das hohle Innere des Bohrrohrs abgeführt. Gegenüber Einlippenbohrern deutlich produktiver.
Arten & Varianten
Spiralbohrer mit G83
Standard-Spiralbohrer mit Tieflochbohrzyklus. Für l/d 3–5.
Einlippenbohrer
Spezialist für tiefe Bohrungen l/d bis 100. Excellente Qualität.
BTA-Bohrer
Für l/d bis 250 und Ø 18–300 mm. Höchste Produktivität.
Ejektorbohrer
Wie BTA, aber mit Doppelrohrsystem. Für Maschinen ohne Innenkühlung.
Formel
Normen & Standards
Fertigungsverfahren Spanen — Bohren, Senken, Reiben.