W LEXIKON 1× zitiert ✓ Geprüft März 2026

Werkzeugvermessung

Messung von Werkzeuglänge und -radius zur Eingabe der Korrekturwerte in die CNC-Steuerung.

Definition

Die Werkzeugvermessung erfasst die exakten Maße (Länge L, Radius R) jedes Werkzeugs für die Werkzeugkorrektur der CNC-Steuerung. Sie erfolgt extern auf Voreinstellgeräten (offline) oder direkt in der Maschine mit Werkzeug-Messtaster oder Laser (inline).

Detaillierte Erklärung

Externe Voreinstellung (z.B. Zoller, Haimer): Werkzeuge werden außerhalb der Maschine auf einem Voreinstellgerät optisch oder taktil vermessen. Genauigkeit: ± 2–5 µm. Die Messwerte werden per RFID-Chip, Barcode oder Datenübertragung an die Steuerung übermittelt. Vorteil: Maschine produziert während der Vermessung weiter.

In-Maschine-Vermessung: Ein fest montierter Messtaster (z.B. Renishaw TS27R) oder Laserscanner vermisst das Werkzeug direkt in der Spindel. Vorteil: Werkzeugbrucherkennung und automatische Verschleißkompensation. Nachteil: Maschine steht während der Messung (5–15 Sekunden pro Werkzeug).

Arten & Varianten

Externes Voreinstellgerät

Optisch/taktil, ± 2 µm. Datenübertragung per Chip/Netzwerk. Maschine bleibt produktiv.

Taktiler Messtaster (in Maschine)

Berührt das Werkzeug. Robust, ± 5 µm. Auch als Werkzeugbruchkontrolle nutzbar.

Laser-Messtaster (in Maschine)

Berührungslos, ± 1 µm. Sehr schnell (< 3 s). Auch Rundlaufmessung möglich.

Häufige Fragen

Muss ich jedes Werkzeug vermessen?
Ja. Ohne korrekte Werkzeugkorrektur stimmen keine Maße am Werkstück. Bei Serienfertigung ist automatische In-Maschine-Vermessung mit Verschleißkompensation wirtschaftlich sinnvoll.

Relevante Werkzeuge

Weiterführende Artikel